Freitag ist Plattentag – und wir stellen euch wie gewohnt die wichtigsten Neuerscheinungen der Woche vor. Mit Scowl, DJ Koze, Black Country, New Road, Odd Couple,Herrenmagazin,Miki Berenyi Trio, Pigs x7, Craig Finn, Anika, Momma, Trigger Cut und Thornhill.
Freitag ist Plattentag
Album der Woche: Scowl – “Are We All Angels”
Scowl (Foto: Sean Stout)
Scowl bringen mit ihrem neuen Album neuen Wind in die Hardcore-Szene: Sie bewegen sich weg von der Tradition und hin zu aufgeschlossenen Bands, die die Insignien der alten Schule mit Elementen aus 90s-Indie, College Rock, Emo, Pop-Punk, Electronica und vielem mehr verquirlen. “Are We All Angels” sucht sein Glück in der Variation und – Spoiler! – findet es.
Ausnahmeerscheinung DJ Koze entwickelt sich mit jeder seiner Platten musikalisch weiter – so auch mit “Music Can Hear Us”: Er baut die Singer/Songwriter-Electronica um die Leute, die seinen Songs ihre Stimmen leihen und treibt sie so zur Perfektion an. Das führt nicht nur zu humorigen, sondern auch ehrlichen, im Kern aufrichtigen Tracks.
Black Country, New Road schlagen nach dem Ausstieg ihres alten Sängers musikalisch einen neuen Weg ein. In unserer Redaktion kommt das unterschiedlich gut an. In der einen Ecke: “Großartiges Musiktheater, gespickt mit Progrock und cleverer Virtuosität”, in der anderen: “Nerdiger, prätentiöser Barock-Kitsch im Rüschenhemd”.
Odd Couple kombinieren Garage-, Psych- und Krautrock mit gesellschaftskritischen Texten, die zwischen Dÿse und Tocotronic wandeln. Ihr fünftes Album knüpft an seinen Vorgänger an, behandelt Themen wie Einsamkeit, die Suche nach Sinn und überrascht mit Humor und ungeschönter Ehrlichkeit – auf jedem der zwölf Songs.
Seit 2016 machten Herrenmagazin auf unbestimmte Zeit Pause. Von ihrem Comeback-Album wird abgeholt, wer das diffuse Unwohlsein kennt, über das Deniz Jaspersen seine unprätentiösen, schönen Melodiebögen singt und sich so geborgen fühlt: Es finden sich wunderschöne Songs, um mittelmäßige Tage deutlich besser zu machen.
Miki Berenyi war in einem früheren Leben Sängerin und Gitarristin bei Lush, deren Einflüsse auf “Tripla” definitiv nicht zu leugnen sind. Zwischen Shoegaze, Dreampop und Neo-Psychedelia erzeugen die drei Gitarren des Miki Brenyi Trios eine ätherische Atmosphäre: Eine Sammlung erstklassiger Songs, die wunderbar detailreich arrangiert sind.
Pigs Pigs Pigs Pigs Pigs Pigs Pigs setzen auf ihrem Album “Death Hilarious” ein wütendes, post-industrielles Denkmal für Detroit und Birmingham. Mit lauten Riffs, Rap-Elementen und einem brachialen Doom-Ansatz liefern sie eine nie ruhende Platte, die sich laut Gitarrist Sam Grant wie ein “Schlag ins Gesicht” anfühlt.
Craig Finns sechstes Soloalbum “Always Been” erzählt meisterhaft von der erodierenden Mittelschicht und ihren Sehnsüchten. In Zusammenarbeit mit Adam Granduciel, dem Sänger von The War On Drugs, entstehen ein warmes Klangbild und packende Geschichten über gescheiterte Aufstiege und die Suche nach einem besseren Leben.
Anikas drittes Album “Abyss“ kombiniert Grunge-Einflüsse mit experimentellen Klängen, um die Abgründe der Gegenwart zu erfassen. Zwischen Wut und Katharsis zeichnet sie das Bild einer zerrissenen Welt, die von Manipulation, Faschismus und Entfremdung geprägt ist und verbindet die 90er meisterhaft mit der heutigen Zeit.
Momma aus Brooklyn verschmelzen auf ihrem vierten Album 90s-Alternative, Grunge und Dreampop zu einem einzigartigen Sound, der elektronische und analoge Elemente vereint. Ihre Songs fühlen sich an wie Tagträume aus einer unbeschwerten Welt.
Trigger Cut präsentieren auf ihrem vierten Album “A History Of Junk” eine Mischung aus kraftvollen Gitarrenriffs, treibenden Drums und einem markanten Bass-Sound. Die Band kombiniert Noise-Elemente mit prägnantem Songwriting und liefert mit Songs wie “Rat Nip” und “Crash Crew” eine mitreißende, energiegeladene Platte.
Thornhill aus Melbourne setzen mit ihrem Album “Bodies“ die Entwicklung des modernen Metalcore fort. Ihr aggressiver, explosiver Sound erinnert an die Deftones der frühen 00er Jahre. Mit kraftvollen Songs, die von düsterer Intensität bis hin zu ruhigen, melodischen Momenten reichen, liefern sie ein beeindruckendes Metal-Erlebnis.