Platte der Woche:
Depeche Mode – “Memento Mori”
Dass der Tod das zentrale Thema im neuen Depeche Mode-Album darstellt, ist nach dem plötzlichen Tod von Andy Fletcher kaum verwunderlich. Dabei war er es sogar, der das Thema erstmalig aufbrachte. Dave Gahan und Martin Gore arbeiten die Thematik nun mit einem Bombast an Metaphern auf und präsentieren das beste Depeche-Mode-Album seit fast zwei Jahrzehnten. Musikalisch kehren sie zum Synthiepop zurück, der die Band einst ausgemacht hat und distanzieren sich wieder von den letzten Elektroblues-Ausflügen.
Fall Out Boy – “So Much (For) Stardust “
Back to the roots: Fall Out Boy kehren auf ihrem achten Album nicht nur zu ihrem alten Label Fueled By Ramen zurück, sondern auch zum Alternative Rock. Diesen spicken sie mit einer Menge theatralischen Streichern und nervösen Klaviermelodien, die ihre Affinität zu orchestrale Melodien enthüllen -allerdings zu keinem Zeitpunkt überladen wirkt.
August Burns Red – “Death Below”
Entgegen einiger Genre-Kollegen halten August Burns Red die Stellung und bleiben eine der zuverlässigen Konstanten im Metalcore. Auf “Death Below” toben sie sich dynamisch aus, geben sich angriffslustig, setzen auch mal auf die Unterstützung von unter anderem Underoath-Sänger Spence Chamberlain und präsentieren sich allgemein von ihrer düsteren Seite.
Codefendants – “This Is Crime Wave”
Fat Mike präsentiert seine neueste Spielwiese: Das genreübergreifende Projekt Codefendants arbeitet nicht nur mit der fünfteiligen Videoserie, die sich mit Drogenmissbrauch in den USA befasst, sondern fährt auch musikalisch groß auf: Zwischen Punk, Reggae und New-Wave, konnten Fat Mike, Sam King und Julio Francisco auch den Rap-Legende The D.O.C. in “Last Ones” für seinen ersten musikalischen Beitrag seit knapp zwei Jahrzehnten verpflichten.
Bouncing Souls – “Ten Stories High”
Punk der alten Schule: Bouncing Souls huldigen ihren Wurzeln und beweisen, dass man das Tempo auch als Skatepunk-Veteranen noch ordentlich anziehen und dem Ganzen einen optimistischen Grundton verpassen kann. Frei nach dem Motto: Es wird zwar nicht mehr so wie früher, aber am Ende doch vielleicht ein Stückchen besser.
Liturgy – “93696”
Das sechste Album von Liturgy ist ein musikgewordener Urknall, der nicht nur inhaltlich die ganz großen Geschütze auffährt: Zwischen Glitch-Effekten und dissonanten Gitarren geht es um nicht weniger als um Liebe, Erlösung und Ravenna Hunt-Hendrix ganz persönliche Interpretation vom Himmel.
Crystal Glass – “I’Melting”
Feinsten Dreampop im Indie-Gewand liefern Crystal Glass mit ihrem Debüt: Mal tanzbar, mal melancholisch werden dabei die großen Schmerzensthemen des Lebens besungen. Entspannung pur? Defintiv! Allerdings wird diese auch mal gekonnt mit der Fuzz-Gitarre durchbrochen.
Purling Hiss – “Drag On Girard”
Ohne zu zögern holen Purling Hiss auf ihrem Album zwar alles raus, was die Gitarre zwischen ihren Saiten zu bieten hat, verlieren sich am Ende aber in der Verzerrung dieses Gitarrensounds. Herrliches weißes Rauschen aus Indierock, Psychedelic, Classic Rock, Grunge und Punk.