Unterwegs zeigt sich schnell: Ghost bestehen nicht nur aus sechs sehr freundlichen Menschen (und sind mit größtenteils etwa 30 Jahren außerdem alle überraschend jung), sondern auch aus harten Arbeitern: Selbst an stressigen Presse-Tagen kommen auch Fanclub-Interviewer zum Zug, Erinnerungsfotos mit Frontmann Papa Emeritus II oder kleine Gespräche mit Die-Hard-Fans nach der Show (auch mal unmaskiert) sind keine Seltenheit. “Nachdem wir unsere Identitäten so lange geheim gehalten haben, respektieren viele Leute unsere Anonymität offenbar mittlerweile”, sagt ein “namenloser Ghul” – alle Musiker außer dem Frontmann verwenden dieses Pseudonym.
Vor allem aber stecken hinter Ghost, reflektierte Menschen, die ihre Inszenierung jahrelang akribisch geplant haben, laufend weiterentwickeln – und denen bewusst ist, dass sich neben Pop-Hörern und Christen gerade Metal-Fans daran reiben, dass hinter den düsteren Kostümen und Teufelsanbeter-Texten eine eher moderate Rock- und Metalband mit einem Faible für Theatralik und musikalischen Einflüssen wie 60s-Pop, Blue Öyster Cult und King Diamond zum Vorschein kommt. “Wir sind nicht blöd. Uns ist völlig klar, dass wir alberne Kostüme tragen und halbgaren, seltsam asexuellen Metal spielen”, sagt der namenlose Ghul.
Auch zu Satanismus, Popmusik und Musicals hat die Band einige spannende Dinge zu erzählen. Nachlesen könnt ihr sie in der aktuellen Titelgeschichte in VISIONS 249, die ab heute für euch am Kiosk liegt.