Muse haben ihre erst kürzlich angekündigte Show in Istanbul auf 2026 verschoben. Grund dafür ist die Kritik von Fans an Abdülkadir Özkan, dem Leiter des Konzertveranstalters DBL Entertainment, der die aktuellen Proteste in der Türkei als “Verrat” betitelt haben soll.
Fans baten die Band inständig, ihre Zusammenarbeit mit dem Veranstalter zu überdenken. Drei Tage nach Ankündigung des Konzerts teilten Muse dann über ihre Social-Media-Accounts die Entscheidung mit, das Konzert in Istanbul zu verschieben: “Nach sorgfältiger Überlegung haben wir uns das Feedback unserer Fans zu Herzen genommen – unser Konzert in Istanbul wird auf 2026 verschoben, damit wir sicherstellen können, dass DBL Entertainment nicht involviert sein wird. Vielen Dank für eure anhaltende Unterstützung, sie bedeutet uns alles. Wir sehen uns 2026!”, so die Band.
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Proteste wegen Inhaftierung von Bürgermeister
Die Türkei erlebt derzeit erhebliche politische Unruhen, ausgelöst durch die Verhaftung von Ekrem İmamoğlu, dem Bürgermeister von Istanbul und führenden Oppositionspolitiker der republikanischen Volkspartei (CHP). İmamoğlu wurde im März wegen angeblicher Korruption festgenommen, seine Inhaftierung führte zu landesweiten Protesten, bei denen Hunderttausende Menschen auf die Straßen gingen, um seine Freilassung und Neuwahlen zu fordern.
In diesem Kontext riefen Aktivisten und die CHP außerdem zu Verbraucherboykotten gegen regierungsnahe Unternehmen auf, um wirtschaftlichen Druck auf die Regierung auszuüben. Diese Boykotte zielten auf Unternehmen ab, die als Unterstützer von Regierungschef Erdoğan und seiner AKP-Partei gelten. Zu besagten Unternehmen gehört auch DBL Entertainment: Leiter Abdulkadir Özkan habe die Proteste im Land öffentlich kritisiert. Obwohl Özkan später via X erklärt haben soll, seine Aussagen seien missverstanden worden, zog sich DBL Entertainment aus allen Projekten mit Muse zurück.
Haben Muse aus Fehlern gelernt?
Muse haben sich in den letzten Jahren trotz ihrer oft systemkritischen Texte bei Kontroversen nicht immer auf die Seite der Fans geschlagen: Im Zuge ihrer “Will Of The People”-Welttournee spielten sie ein Konzert in der malaysischen Hauptstadt Kuala Lumpur – kurz nachdem dort das Konzert von The 1975 beim Good Vibes Festival abgebrochen wurde. Daraufhin wurde die Band von Fans und The 1975-Frontmann Matty Healy kritisiert. Anlass war die geänderte Setlist der Band: Sie ersetzten den provokativen Song “We Are Fucking Fucked” von “Will Of The People” (2022) durch “Resistance” von “The Resistance” (2009).