Takaakira Goto
Classical Punk and Echoes Under The Beauty
Text: Matthias Möde
Erst im Oktober 2014 veröffentlichten Mono die Alben “The Last Dawn” und “Rays Of Darkness”, zu denen Goto zwei starke Gefühle inspiriert haben: Dunkelheit und Hoffnung. Ursprünglich waren die Songs nicht für Mono geplant, Goto wollte damit nur seine Gefühle herauslassen: Vielleicht wurden sie so zu einer Art Medizin für mich, sagt er in VISIONS 261. Sein erstes Soloalbum “Classical Punk And Echoes Under The Beauty” klingt ebenfalls nach emotionaler Medizin. Die sieben, 2003 komponierten Tracks sind keine typischen Mono-Songs, dazu fehlt ihnen die Fülle, das Monumentale und Laute. Die neu gemasterten Songs klingen selbst für damalige Mono-Verhältnisse – 2003 erschien ihr großartiges Album “One Step More And You Die” – besonders rau und karg, im Vergleich geradezu Lofi. Als tragende Instrumente setzt Goto ein Piano und stets nach Weltuntergang klingende Streicher ein. Die werden regelmäßig von verzerrten Gitarren überlagert, die mit ihrer Noise-Blues-Punk-Attitüde an Thee Silver Mt. Zion Memorial Orchestra erinnern – etwa in “Emptiness Corridor”. Gotos Solodebüt ist ein schwer melancholisches, etwas vor sich hin plätscherndes Dokument aus der Vergangenheit, dem sich eines von Monos Europatour Ende 2014 anschließt. Ein auf 800 Exemplare limitiertes “The Last Dawn / Rays Of Darkness” Tour-CD-Fotobuch ist zeitgleich erschienen und beinhaltet zwei Live-CDs und Schwarzweißfotos auf 100 Seiten.