In einem Jahr, in dem andere Bands nach 20 oder mehr Jahren wieder ein Album veröffentlichen, fühlen sich die sieben Jahre, die seit dem Abschied von LCD Soundsystem vergangen sind, wie ein Blinzeln an. James Murphys Beweggründe, seine Band auf Eis zu legen, waren eben nicht die üblichen Streitereien, es war ihm schlicht zu viel. Überbrückt hat Murphy die Zeit damit, Arcade Fire zu produzieren, mit den Soulwax-Brüdern den perfekten Club zu realisieren und sich schließlich von David Bowie überzeugen zu lassen, ein neues Album in Angriff zu nehmen. “American Dream” funktioniert dabei wie ein DJ-Mix – der Höhepunkt wartet in der Mitte: “How Do You Sleep?” Zu Tribaldrums singt Murphy darin von ganz weit weg und klingt so verzweifelt wie in “All My Friends”. Ein Lamento, aus dem einen nach mehr als drei Minuten eine brutale Bassline katapultiert und der Song den Groove entwickelt, der für LCD Soundsystem einzigartig ist. Nach fast zehn Minuten hat keiner gemerkt, dass Murphy hier einen Hit ohne Refrain geschrieben hat. Direkt hinterher schiebt er “Tonite”, das sich unverfroren offen bei New Order bedient, die gleiche Gefühlswelt aber greller ausleuchtet, weil es über den ironischen Unterton verfügt, mit dem Murphy in “Losing My Edge” ätzte. Der erweist sich 2017 als genialer Verwalter der 80er und seiner selbst. Mit “Call The Police” zitiert er schamlos sich selbst, “American Dream” leitet dann im schunkelnden Dreivierteltakt den tränenreichen Abschied von Murphys brillantem Comeback ein, dessen Einleitung mit “Other Voices” und “I Used To” hinter der zweiten Hälfte leicht verblassen kann.
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LCD Soundsystem
VÖ: 24.01.2005