An Selbstbewusstsein fehlt es dem Quintett nicht. Nach ihrer gefeierten Mammut-Tour zum Vorgänger “The Congregation” drängte sich der Eindruck auf, die Band könne vor Kraft kaum laufen. In gewisser Weise haben sich Leprous zwar neue Ziele gesteckt, vor allem was den Bandsound angeht. Insgesamt klingt die Produktion von “Malina” wesentlich menschlicher als das digital polierte “The Congregation”. Das nimmt einerseits den komprimierten Druck aus dem Klangbild, lässt schwebende Stücke wie den Opener “Bonneville” und das Titelstück strahlen und wird der Tatsache gerecht, dass Leprous nicht mehr viel mit Metal am Hut haben – von ein paar tiefer gestimmten Passagen im komplexen Mirage abgesehen. Andererseits setzt die Band auf die Überhöhung ihrer Stärken. Solbergs omnipräsente Stimme, die gerne ins Falsett kippt, wird öfter als bisher von Chören untermalt und steht sehr weit vorne im Mix – was vor allem im Schlussstück “The Last Milestone” voraussetzt, das Solberg im Alleingang mit Streichorchester bestreitet, dass man diese sehr spezielle Stimme wirklich lieben muss, um das Album vollends genießen zu können. Leprous Spiel mit ungeraden Takten und breitwandigen Synthesizer-Flächen ist zum Markenzeichen der Band geworden. Auf Malina wachsen die Songs durch orchestrale Untermalung und allerlei elektronisches Geplucker mitunter auf Stadionformat. All das klingt brillant und dem Status der Band angemessen. Dennoch hinterlässt Malina hinsichtlich des Songwritings den Eindruck, Leprous hätten auf Congregation ihr Pulver verschossen.
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