Zuerst mal eine kleine Enttäuschung für die Thermals-Hardcore-Gemeinde: Das Trio aus Portland hat sich für das zweite Album produzieren lassen. Der Vierspur-Krach ist also weg, aber es gibt definitiv keinen Grund, diesem Gerumpel und Gezische nachzutrauern. Denn was The Thermals auf “Fuckin A” vorlegen, ist so fuckin’ brilliant, dass einem nach den 30 Minuten die Spucke wegbleibt. Es gibt auf dieser Platte Songs, die in zwei Minuten so viele Hooks abfeuern, dass einem schwindelig wird. “A Stare Like Yours” zum Beispiel: Sänger Hutch Harris haut die Lyrics raus, als wolle er die Band überrunden. Doch Kathy Foster (Bass) und Jordan Hudson (Drums) denken gar nicht daran, ihren Frontmann entkommen zu lassen. Racing-Garage-Pop. Und der Überhit “Keep Time” steigert noch einmal alle Rundenrekorde. Der grandiose Trubel kommt dabei in einer Qualität aus den Boxen, die man im Nachhinein auch dem Debüt gewünscht hätte. Wo es damals schepperte, ist jetzt der Druck und das Gefühl da, direkt daneben zu stehen, wenn The Thermals im Handstreich die sich demnächst auflösende Legende Guided By Voices beerben. Einige werden es schade finden, dass der Spaß nach gut einer halben Stunde vorbei ist. Andere sagen: Gut so, denn wie soll man dieses Hit-Tempo länger durchhalten?
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