Dass Patterson sich nach der Zeit mit Anathema auf eine andere Schwerpunktsetzung verließ als die Pink Floyd-esken Düster-Progrocker, war schon bei Antimatters Debüt “Saviour” klar. Viel dunkler musste es sein, geheimnisvoller, sphärischer. Elektronische Soundwälle, die auf zurückgehaltene Gitarren trafen, sollten den Zuhörer zu Kopfkino und Gedankenketten bei einem Glas Rotwein verführen. Das war damals schon nicht so richtig spannend. “Lights Out” kommt nun noch finsterer um die Ecke. Signalisiert die Sirene zu Anfang der Platte noch “Obacht, da passiert was”, folgt nach den ersten Takten ein recht einheitlicher, knapp fünfzigminütiger Ausflug an einen Ort, wo die Sonne nie scheint, damit der gute alte Vollmond für immer wie eine blasse Mattscheibe über dem Bodennebel thronen kann. Die Gaststimmen Hayley Windsor und Michelle Richfield beweinen das harte Diesseits sonor, aber ohne viel Überzeugungskraft. Patterson streut hier und da einen dramatisch-pathetischen Höhepunkt zwischen selbstmitleidige Pianoanschläge und Drumcomputer und lässt einen Synthesizer gniedeln (!) oder packt doch mal die Rockgitarre aus; aber das alles wirkt trotz musikalischer Kompetenz sehr konstruiert und unspannend. Für Leute, die nichts wollen als auf Teufel komm raus den Sommer zu ignorieren, mag das funktionieren. Alle anderen werden sich furchtbar langweilen.
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