Das Szenario aus dem Opener “Smile For The Camera” erinnert an den Film “The Truman Show”. Was wäre, wenn man herausfände, dass das eigene Leben nur Bestandteil einer Fernsehshow ist? Passend dazu zeigt das Booklet einen Jungen, der bei alltäglichen Routinen von einem Kamerateam gefilmt wird. Armor For Sleep wollten Kritik am Zeitalter der Überwachung üben, heißt es. Der Gedanke ist löblich, doch wirkt das Thema zwischen Geschichten über Drogensucht, Lovesongs und Abgesängen auf die hippe Szene New Yorks eher verloren. Man wolle sich von der Flut aus Emo-Bands absetzen, sagen sie. Das haben sie zumindest musikalisch geschafft. Jetzt klingt ihre Musik wie perfekt durcharrangierter Radiorock mit der nötigen Portion Pathos. Man höre “End Of The World”, das Assoziationen zu Hoobastank heraufbeschwört, oder die unerträglich mit Synthies zugekleisterte Powerpop-Ballade “Hold The Door”. Ärgerlicher noch ist, dass man das Album gerne viel schlechter finden würde, das aber aufgrund penetrant eingängiger Hooklines wie in “Williamsburg” nicht kann. Was soll man sagen? “Richtig cooler Rock für zwischendurch”, urteilt ein Amazon-Kunde, der Armor For Sleep durch den “Transfomers”-Soundtrack kennengelernt habe. Lassen wir mal so stehen.
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