Es war ein erleichterndes Zeichen, als Dave Lombardo im Februar via Instagram aus dem Studio signalisierte, dass es das Hardcore-Quartett trotz vielbeschäftigter Mitglieder, allen voran Mike Patton, nicht bei einem prügelwütigen Album belassen würde. Die ersten beiden Songs der nun vorliegenden, erneut nach der Band benannten EP stammen aus den aktuellen Sessions, knüpfen aber unmittelbar an das bereits bekannte Material an. Vor allem das gehetzte “My Perfect Prisoner” bringt die etablierten Stärken präzise auf den Punkt – egal, ob Lombardos Schlagzeug bisweilen den Rest der Musik so heftig an die Wand drückt, dass sie fast zu platzen droht, oder Patton zwischen spitzbübischem Gekeife und Hochgeschwindigkeitsrefrain
changiert. Noch spannender ist jedoch der Opener “Skin Of A Redneck”, mit dem Dead Cross ihr Potential als Songwriter jenseits der Drei-Minuten-Grenze unter Beweis stellen. Wie hier mit Geschwindigkeiten und Grooves gespielt wird, könnte wegweisend für die Zukunft der Band sein, im Gegensatz zur zweiten Hälfte der EP. Die denkt den Stil des Debüts nämlich nicht mit neuen Kompositionen weiter, sondern schleust mit “Shillelagh” und “Church Of The Motherfuckers” Material der Platte in die im Bandumfeld beheimatete EDM-Fabrik. Über die Ergebnisse lässt sich streiten, doch wie gerade im “Shillelagh (Panicker Remix)” Pattons Stimme von Filtern zerfressen und der Rest der Band von Synthesizer-Schablonen überlagert wird, bis am Ende alles explodiert, entspricht erstaunlich gut der freudig-fiesen Grundhaltung hinter Dead Cross.
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II
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