Und irgendwie auch steil. Man weiß es nicht so genau, ob beim freundlichen Okkultisten-Treff an der Ecke auch mal die Fäuste gen, äh, Himmel gereckt werden und ordentlich gegrölt wird. Falls: beste Kundschaft für das Quartett aus Austin, dessen kerniger Heavy Rock immer wieder zu so etwas verleitet. Zwischen Blue Öyster Cult, Thin Lizzy, frühen Saxon und Dosenbier von der Tanke gibts erdigen Proto-Metal, leichtfüßigen Doom – und zwar satt. Twin-Gitarren, Licks, Solos und all das Zubehör sind natürlich inklusive. Anstatt sich im Vintage-Referenzbingo zu verheddern, wagen sich Duel an das, was vielen ihrer Genossen im Rausch völlig abgeht: Lieder, in denen tatsächlich ein eigener Geist wohnt. Und der spukt vortrefflich. Ob das hymnische “Black Magic Summer”, der tolle Stampfer “Red Moon Forming”, Gespenstisches wie “Strike And Disappear” oder das fast powermetallische “Tyrant On The Throne” – alles sitzt, passt, wackelt und hat Luft, wie der Handwerker sagen würde. Das ist wertkonservativ im unschuldigsten Sinne. Und als ob das nicht schon stark genug wäre, halten Duel auch die alte Metal-Gesetzmäßigkeit hoch, dass man sich bitteschön auf das Gitarrensolo freuen darf. Eine Platte wie gemacht, falls man ungebeten in eine Séance, sehr schwarze Messe oder anderweitig teuflische Events reinplatzt und wahrscheinlich gleich Blut fließen wird. Einfach “Valley Of Shadows” auflegen, dann wird die angebrochene Vollmondnacht zumindest hintenraus noch ganz schön spitze. So was macht man doch bei Vollmond, oder?
weitere Platten
Breakfast With Death
VÖ: 05.07.2024
In Carne Persona
VÖ: 01.10.2021
Witchbanger
VÖ: 21.04.2017
Fears Of The Dead
VÖ: 26.04.2016