Das achte Album und damit nicht viel Neues: Godflesh industrialisieren auch weiterhin den solide komponierten Metalsong mit Mördergroove.
Dem hochtrabenden Titel werden diese 13 Songs nicht gerecht, denn für wahre Hymnen geht es dann doch zu bestialisch und aggressiv voran. Aber seis drum – laut, böse und hart ist allemal besser als aufgesetzt hymnisches Pathos. Und so wird hier geprügelt, gegrunzt und draufgedroschen, ohne dabei den Blick für das Wesentliche zu verlieren. Was für Godflesh bedeutet: Groove, Groove und nochmals Groove. Denn anstelle von Hyperspeed und Double-Bassdrum-Gewitter steht bei ihnen der zähflüssige Mid- und Lowtempo-Knüppel im Mittelpunkt, herrlich brachial eingespielt vom ehemaligen Prong-Trommler Ted Parsons. Auf seinen Rhythmus-Gerüsten, die uns schon damals die Matte stromlinienförmig fönten, entwickeln die beiden Godflesh-Schwergewichte CG Green und Justin Broadrick eine Ursuppe aus schwer verdaulichen Sägezahn-Gitarren, metallischen Computerklängen und ausgekotzten Leadvocals. Wobei letztere leider nicht immer die Kraft besitzen, den Song zu tragen. Doch bei Industrial zählt ja ohnehin etwas anderes als Stimme, und dieses andere ist, wenn schon nicht neu, so doch zumindest recht gut. Denn “Hymns” drückt, schiebt und poltert, dass es durchaus Freude macht. Ein zumeist gelungener Querschnitt aus Ministrys “Filth Pig”, zähen Skinny Puppy und posthumen Prong – auch wenn die Platte im letzten Drittel etwas beliebig wird.
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