Er gilt als Erfinder eines ganz bestimmten Sounds – nennen wir es vorsichtig modernen Underground-Rock –, der in seiner polierten Form zu Beginn der Neunziger die Hitparaden dominierte. Davon bekam Endino bewusst nicht viel mit, er hat sich aus dem Grunge-Hype herausgehalten und lieber brasilianische Rockbands produziert. Vielleicht ist das ein Grund dafür, dass seiner Soloplatte so frisch und unverbraucht klingt; als hätte es die letzten 15 Jahre nicht gegeben. Ministry-ähnliche Anarcho-Uptempi (“Count Me Out”, “Elusive”), schwermütige Sabbath-Fragmente mit Stone-Temple-Pilots-Gesang (“Only Way For Me”, “Bringing Me Down”) und spacige Instrumentals (“Van Allen Wrench”, “Flight Of The Wax Tadpole”) wechseln sich ab, aber: Sie bieten keine Abwechslung. Der rote Faden ist da, aber man hört ihn nur, man spürt ihn nicht. Endino versucht vieles gleichzeitig und scheitert an seinem Horizont. Der ist zu groß, zu hochwertig besetzt, als dass er seinen Ansprüchen selbst gerecht werden könnte. Die Besetzung ist mit Drummer Barrett Martin (Ex-Screaming Trees) und Rob Skinner (Ex-Coffin-Break-Basser) sowieso zwei Menschen aus einer frühen The-Accused-Formation hochkarätig und über alle Zweifel erhaben. Aber der Funke zündet nicht richtig.
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VÖ: 10.12.2021
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VÖ: 01.01.1988