Stellt euch Slayer im Bananenröckchen vor. Oder Anthrax auf einem Sambawagen mitten beim Karneval in Rio. Man möge mir das Strapazieren dieser dämlichen Süd-Amerika-Klischees verzeihen, zumal Laberinto 1. nicht aus Brasilien, sondern aus Venezuela stammen, 2. musikalisch grandios vielseitig sind und 3. auch im eindeutigen Metal-Kontext niemals die wilden Dritte-Welt-Underdogs _raushängen lassen. Nein, “Priority” verquickt traditionelle Latin-Rhythmen der Region mit hardstuff der Sorte schnell, heftig und party-kompatibel. Man erinnere sich : Die Jazzrocker Weather Report plazierten Ende der Siebziger mit dieser Melange aus Traditions-Bewußtsein und Pop-Orientierung sogar einige Hits mitten in der kläglichen Disco-Landschaft – das ist bei Laberinto nämlich theoretisch auch _drin. Freunde der Kanadier Grim Skunk sollten definitiv ein Ohr riskieren, denn die zehn Songs zwischen `Samba und Caramba` sind weit vom nächsten Sepultura-Klon entfernt. Dann doch eher Carlos Santana zu Besuch bei Seniòr Bungle.
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Freakeao
VÖ: 01.01.1900