Das wäre nicht gelogen, aber trotzdem nur ein Teil der Wahrheit. Das Quartett aus Göteborg bremst dort ab, wo Homme & Co. sich ihren Schrullen hingeben und gleichzeitig James Brown, die Beach Boys und Black Flag sein wollen. Lord Of Cyclopes werfen ihr, hihi, Auge eher auf den Schmiss, den Popappeal und das geradlinige Rampensau-Zeug der Queens Of The Stone Age. Eins, zwei, drei, Hauruck – irgendwer muss ja. Ein alter Trick, etwas Positives in den Tag zu bringen: Einfach mal mit der eigenen Nasenspitze eine andere Nase berühren, dem Besitzer dabei in die Augen schauen und sagen: Sie sind ein sehr schöner Zyklop!. Funktioniert immer und trifft auch auf Lord Of Cyclopes zu. Deren Schönheit entfaltet sich auch erst, wenn man näher rangeht. Natürlich stellt sich spätestens mit “Inverted Midas Touch” die Frage nach dem groben Sinn, selbst die besten Ideen derart plakativ aufzulösen, dass am Ende alles nach Josh Hommes Weg zur Emanzipation vom Stoner Rock riecht. Und dann gibts zum Glück doch ein paar Schrullen und eigenen Stallgeruch: Mit “Fed Up With Trouble”, “Layers”, “Robotic Friend” und “Shotgun” ringen sich die Schweden allerlei fein gewobene Harmonien und tatsächlich überraschende Wendungen ab. Nicht ganz sagenhaft, aber allemal bestens geeignet, sich zumindest ein wenig davon freizuschwimmen, als Princess Of The Stone Age abgelegt zu werden. Will ja auch keiner auf dem Grabstein stehen haben. Schlechte Nachrichten indes fürs ZDF: Mit einem Auge siehts sich auch ganz gut.