Single Mothers
Through A Wall
Text: Britta Helm
Es ist ja nicht so, als gäbe es nicht genug clevere Songzeilen mit Kaffeebezug, aber Drew Thomson kann noch eine mehr: Well, its easy to be miserable/ When youre waiting too long for your macchiato/ And its easy to be disagreeable/ When you married into all of his problems. Wenn der Kanadier sich in “Dog Park” über das Leben der Großstadtmenschen über 30 ausspuckt, dann ist nicht immer ganz klar, ob er solche Leute hasst, selbst einer davon ist oder beides. Seine Band jedenfalls hasst alles, was nicht laut, schnell und mit beiden Fäusten und dem Kopf voran Richtung Beton springt. Wenn es wie in “Stoic/Pointless” mal eine Spur gemächlicher wird, dann ätzt Thomson seine Liebeskummertexte umso überzeugter: Young love ages so cheap/ Wouldnt you agree?. Sieben Jahre ist es her, dass Jeremy Bolm von Touché Amoré mit Single Mothers eine neue Lieblingsband entdeckte und ihre selbstbetitelte EP über sein eigenes Label veröffentlichte; ein Jahr sind das jüngste Album Our Pleasure, die gemeinsame Tour mit Touché Amoré und die Tatsache alt, dass inzwischen alle Bands irgendwas mit Eltern heißen, aber “Through A Wall” klingt immer noch wie ganz frisch verletzt von der Welt da draußen. Im Song nimmt sich Thomson ganze 17 Sekunden, um den Albumtitel rauszubrüllen, und groovt dann im Drogendealer-Song “Tan Line (Like Passing Through A Wall)” umso dreckiger herum: Ooooh yeah/ You lost me in the blast beat. Nicht unbedingt die erwachsenste Zeile, aber eine, die man sich für künftige Trennungen mal notieren könnte.
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