Beachtlich ist hier eine mal nicht im Stechschritt geradeaus hechelnde RocknRoll-Kanone, sondern ein langsam schlurfendes Unwetter. Nature Son hat einen ausgesprochen unwohligen Text, eine Geschichte zwischen Freundschaft und Verrat, zwischen Natur und Psycho-Einsiedler-Dasein. Eine Kindheit schimmert durch, direkt danach lebensmüdes Erwachsensein.
Dazu gibt es Gesang von Soundgarden bis Kyuss (siehe auch Add One More Foe) – und wenn schon keinen Wüstensound, dann zumindest handfeste, tiefe Riffs. Derlei Zeilen und Musik also bei einer Prototyp-RocknRoll-Band. Danach braucht man bei, beispielsweise, Danko Jones ja gar nicht erst zu suchen.
Und derlei Zeilen und Musik machen Sweatmaster auch zu etwas Besonderem im stumpfen Sex- und Drogen-Genre, in dem am Ende nur die wenigsten echte Drogen nehmen, und allzu viel Sex hat man da auch nicht. Sweatmaster scheißen per se drauf und schreiben lieber bessere Stücke, was mittlerweile dazu führt, dass man merkt, dass Sweatmaster sich verändern, gleichzeitig aber Trademarks noch stärker etablieren. Diese gemeinen Eineinhalbton-Steigerungs-Riffs – daran erkennt man sie ja wohl drei Kilometer gegen den Wind. Weiterhin auch an ihrem Twang-Gitarrenklang, der im Refrain dann zu ganzer Breite ausfährt. Bilder von Bier und Strand sind hier höchstens noch Wunschdenken, in Wahrheit rennt der Protagonist vor dunklen Biestern davon. Wer die Band früher im Sommer hörte, im Auto, mit Sonnenbrille, darf nun langsam seine Midlife Crisis dazu beweinen. Wie die Zeit vergeht.
weitere Platten
Animal
VÖ: 13.07.2007
Tom Tom Bullet
VÖ: 04.04.2005
Song With No Words - EP
VÖ: 30.08.2004
Sharp Cut
VÖ: 06.01.2003