Wobei, zugegeben: Wer sie schon kennt, ahnt ohnehin, worauf man sich bei den New Yorkern einlassen muss. Denn Spaßtrompeten waren sie noch nie, und sie selber sagen über ihr neues Album gar, dass es wärmer und enthusiastischer sei als seine Vorgänger. Diese Wärme sucht man allerdings mit der Lupe; ihre schrullige Art, Songs zu arrangieren, indem sie mal vollkommen nackt, im nächsten Moment leinwandbreit ausstaffiert sind wie die polternde Version von Mercury Rev, zeugt nicht gerade von muckeliger Heimeligkeit. “You & Me” klingt eher so, als hätte sich Roy Orbison mit der Black Heart Procession zusammengetan, um ein spannendes, aber alles andere als leicht zugängliches Album zu machen. Das typische Beispiel einer Band, die sich völlig in ihrem eigenen Kosmos verliert. Und das jahrelang: Diese Platte, ihre 14 Songs sind das Substrat aus rund 400 8-Spur-Demos und zwei Jahren Arbeit. Was man hört: Vor allem der organische, dank kompletter Live-Einspielung herrlich ruppige, zuweilen fast blechern und doch brillant klingende Sound überzeugt unmittelbar. Was man von der Leadstimme Hamilton Leithausers nicht zweifelsfrei sagen kann – ihre kuriosen Spitzen und melodramatischen Höhenflüge muss man schon mögen. Ein Platte für Hipster- und Retro-Fans zugleich; das allein ist ein Kunststück.
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