Schon der schön eingängiger, sehr relaxt swingender Bluesrocker “Brought A Knife To The Gunfight” macht einem gleich zu Anfang wieder bewusst, dass die wilden Zeiten längst unwiederbringlich vorbei sind. Aber eben nicht die guten. Mit dem folgenden “Great Big Amp” zeigt Kramer, wie gut er in die Mitte von zwei anderen in Ehren ergrauten Ikonen des US-Rock aufgehoben ist: Neil Young und Bruce Springsteen. Für ein Teenie-Publikum war ohnehin noch keines der bisherigen Solowerke des Ex-MC5-Gitarristen bestimmt, nicht umsonst heißt diese Platte ja auch “Adult World”. Ausgerechnet der Titeltrack ist ein leider nicht in jeder Hinsicht gelungenes Experiment mit Reggae-Groove. “Talkin’ Outta School” rockt da mit potenterem Treibstoff nach vorne, aber das wundert auch kaum, wenn man weiß, dass Kramer diesen Song zusammen mit den Hellacopters eingespielt hat. Weitere Gäste in Waynes World sind die Chicagoer Jazz-Größen X-Mars-X bei “Nelson Algren Stopped By” (was dann auch so klingt) und der Singer/Songwriter Syd Straw beim leichtfüßigen Ohrwurm “What About Laura?”. Dass dieses Album in fünf verschiedenen Studios mit den unterschiedlichsten Leuten am Mischpult aufgenommen wurde, lässt es vielleicht nicht unbedingt homogen klingen, aber insgesamt verbindet sich doch alles zu einem durchweg überzeugenden Ganzen. Und mit seinem unverwüstlichen Humor setzt Kramer den ernsteren Themen von “Adult World” auch noch ein paar Lichtblicke entgegen, etwa wenn er von “The Slime That Ate Cleveland” und von geheimen Briefen erzählt, die er mit “Love, Fidel” zu unterschreiben pflegte.